VIVDA Internationales Verzeichnis Deutsch sprechender Anwälte Interview mit Dr. Werner Stauffacher - VIVDA Internationales Verzeichnis Deutsch sprechender Anwälte
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Interview mit Dr. Werner Stauffacher Drucken

Cash Enterprise, Schweiz, Ausgabe vom 11.11.2004, Beilage S.10

"Ein guter Anwalt verhindert teure Streitfälle"

Auf der Plattform www.anwaltsverzeichnis.com finden KMU deutschsprachige Anwälte rund um den Globus: Initiant ist der Anwalt Werner Stauffacher.

VON JOST DUBACHER

CASH: Herr Stauffacher, die internationale Geschäftssprache ist Englisch. Ein Verzeichnis der Deutsch sprechenden Anwälte klingt anachronistisch.

WERNER STAUFFACHER: Ist es aber nicht und das aus einem ganz einfachen Grund: ............

........ Jedes Land hat seine eigene Rechtskultur. Auf dem Umweg über das Englische gehen viele Feinheiten verloren. Deshalb ist es wichtig, dass zum Beispiel Lieferverträge, die der Verkäufer in Deutsch aufsetzt, nicht von einem Übersetzer, sondern von einem Anwalt mit Deutsch- und Fachkenntnissen in die jeweilige Landessprache übertragen werden. Sonst liegen plötzlich zwei Verträge vor, die Unterschiedliches bedeuten.

CASH:Im Export gilt das Recht desjenigen, der die &dbquo;charakteristische Leistung“ erbringt, also das Recht des Verkäufers. Eigentlich müsste vor allem der ausländische Kunde ein Interesse an einem zweisprachigen Anwalt haben?

WERNER STAUFFACHER: Richtig. Wenn es zum Gerichtsfall kommt, zählt das Schweizer Recht. Aber vor Gericht verliert meistens auch der Gewinner. Das Ziel eines jeden Schweizer Exporteurs muss es sein, das Geschäft rechtlich so sauber und wasserdicht abzuwickeln, dass es zum teuren und zeitaufwändigen Prozess gar nicht kommt. Und da lässt sich mit dem Zuzug eines zweisprachigen Anwalts schon sehr viel erreichen. Sie müssen wissen: Sprachliche Missverständnisse sind eine der Hauptursachen von Gerichtsfällen im Internationalen Handelsgeschäft.

CASH: Wie viele Anwälte führt das Verzeichnis zurzeit?

WERNER STAUFFACHER: Es sind derzeit 600 Anwälte aus 70 Ländern. (Bestand Frühjahr 2004 - Anm.d.Red.) Ich bin aber überzeugt, dass es schon bald mehr als 1000 sein werden.

CASH: Wie verhindern Sie, dass auch Winkeladvokaten auf der Suche nach neuen Klienten auf der Plattform registriert werden?

WERNER STAUFFACHER: Wir haben ein aufwändiges Prüfungsverfahren. Ein Anwalt, der bei uns aufgenommen werden will, braucht ein Empfehlungsschreiben. Das kann von der jeweiligen Schweizer Botschaft oder der bilateralen Handelskammer kommen. Alle Anwälte auf der Plattform haben schon einmal bewiesen, dass sie seriös und fähig sind.

CASH: Gibt es ein Durchschnittsprofil der 600 Anwälte auf Ihrer Web-Plattform? (Bestand Frühjahr 2004 - Anm.d.Red.)

WERNER STAUFFACHER: Die meisten sind &dbquo;Secondos“ in ihrem jeweiligen Land. Sie haben ihre Deutschkenntnisse von den Eltern, die aus der Schweiz, aus Deutschland oder aus Österreich eingewandert sind. Es gibt darunter aber auch Anwälte, die im deutschsprachigen Raum ihre Studienjahre verbracht haben.

CASH: Sie sind seit Frühling dieses Jahres (2004) online. Wie ist das Echo?

WERNER STAUFFACHER: Enorm positiv. Wir zählen zurzeit wöchentlich 500 bis 600 Zugriffe, wobei darunter auch Privatpersonen sein werden, die im Ausland in Schwierigkeiten gekommen sind. Ich wusste aus meiner Arbeit als International tätiger Anwalt, dass ein Bedürfnis besteht, aber mit einem derartigen Erfolg habe ich nicht gerechnet. Ich habe den Eindruck, die Firmen haben förmlich auf einen solchen Service gewartet.

CASH: Anwaltsverzeichnis.com ist kostenlos. Wie finanzieren Sie das Angebot?

WERNER STAUFFACHER: Die Handelskammer Deutschland-Schweiz unterstützt das Projekt. Aber im Übrigen betrachte ich das Verzeichnis als mein Hobby. Ich bin froh, dass mir niemand dreinredet.

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